Was macht ein Datenmanager?

Veröffentlicht am 14.10.2022 von MVB
© Stefan Hoening

Daten fallen im Verlag an allen Stellen an und werden für beinahe alle Tätigkeiten und Abteilungen benötigt. Damit diese Daten auch nutzbar und vollständig sind, braucht es einen Datenmanager bzw. eine Datenmanagerin. Doch was genau macht man in diesem Beruf? Lesen Sie alles zu den Tätigkeiten, zu den jüngsten Entwicklungen des Berufsfelds und zu den Anforderungen sowie den Zukunftsaussichten in diesem Überblick.  

Beschreibung der Tätigkeit eines Datenmanagers

Als Datenmanager ist man für die Richtigkeit, die Qualität und die Vollständigkeit aller Daten im Verlag verantwortlich. In Verlagen geht es dabei beispielsweise um Daten, die bei den folgenden Tätigkeiten und Abteilungen benötigt werden:

  • Controlling
    Das gesamte Controlling basiert auf den Daten des Unternehmens
  • Vertrieb
    Auf Basis der vorhandenen Daten kann der Vertrieb Um- und Absatzerwartungen abschätzen (z.B. ein neues Werk eines Autors) oder die Kunden analysieren, klassifizieren und zuordnen (wer ist A-, B-, C-Kunde, welcher Kunde hat unter bisherigem Niveau eingekauft etc.)
  • Marketing
    Die Analyse von Marketing- und Werbemaßnahmen erfolgt durch die gesammelten Daten. 
  • Auslieferung
    Der ganze Prozess der Auslieferung mit Faktur, Versandabwicklung, Zollanmeldung etc. benötigt vollständige und korrekte Produkt- und Kundendaten.

Das Datenmanagement behält dabei den Überblick: In welchem System werden die Daten gespeichert, wo entstehen sie und wie können sie sinnvoll genutzt oder miteinander verknüpft werden. 

Die meisten Daten werden nicht direkt von den Datenmanagerinnen und Datenmanagern erfasst. Daher ist es besonders wichtig, dass die Prozesse der Datenentstehung bekannt sind und zum Teil überwacht werden können. Dabei müssen von den Datenmanagerinnen und Datenmanagern Leitlinien vorgegeben werden. An dieser Stelle nehmen sie eine führende Rolle ein: Ohne direkte Vorgesetzte oder Vorgesetzter zu sein, müssen sie die Kolleginnen und Kollegen bzw. Abteilungen führen, dies kann zu einem Spannungsfeld werden.  

Wandel des Berufsbildes in der (jüngeren) Vergangenheit

Durch die Verschiebung vom stationären Handel hin zum Online-Handel, die durch die Lockdowns in der Corona-Pandemie noch einmal forciert wurde, fällt ein wichtiger Faktor für den Verkauf von Buchprodukten weg: Die Empfehlungen durch Buchhändlerinnen und Buchhändlern vor Ort. Um im schier undurchdringlichen Dschungel der Online-Shops sichtbar zu sein oder zu werden, ist es wichtig, dass man sich mit den verkaufsfördernden Daten der Bücher intensiv beschäftigt und diese dahingehend optimiert. 

Diese Anforderung hat ein neues Gebiet des Datenmanagements ins Leben gerufen: Das Metadatenmanagement. Die Metadatenmanagerin oder der Metadatenmanager ist dafür verantwortlich, dass in Onlineshops, wie zum Beispiel Amazon, Thalia.de oder Hugendubel.de, Bücher und andere Produkte für Kundinnen und Kunden schneller und besser auffindbar sind. Dies passiert beispielsweise über eine Optimierung der Schlagworte und Anpassungen an den Klassifikationen. Doch nach dem Finden soll der Kunde das Buch auch kaufen. Da Kundinnen und Kunden online nicht die Möglichkeit haben das Buch in die Hand zu nehmen und vor dem Kauf zu prüfen, ist es besonders wichtig, dass die sichtbaren Daten für die Endkundinnen und -kunden ansprechend aufbereitet sind. So müssen Bücher und Produkte Daten erhalten, die sie möglichst genau darstellen und beschreiben. Dazu gehören gute Beschreibungstexte, Innenabbildungen, Leseproben und vieles mehr. Diese Daten gewinnen eine immer größere Bedeutung.

Die Analyse, welche dieser Daten benötigt und an die Shops weitergegeben werden, liegt bei der Metadatenmanagerin bzw. dem Metadatenmanager. Zudem sind sie für das ständige Überprüfen, ob Schlagworte und Klassifikationen angepasst werden müssen, verantwortlich. Denn Suchalgorithmen und die Struktur von Shop-Kategorien sind in Onlineshops einem steten Wandel ausgesetzt, da sie von den Betreiberinnen und Betreibern regelmäßig angepasst und weiterentwickelt werden.

Anforderungen

Für die Arbeit als Datenmanagerin bzw. Datenmanagers benötigt man ein technisches Verständnis, Kenntnisse über Datenbankenstrukturen und die Fähigkeit in Zusammenhängen zu denken. Außerdem sollte man gewillt sein, sich beständig mit der Materie zu beschäftigen und Neues zu lernen, um so Trends möglichst frühzeitig zu erkennen und Änderungen mitzubekommen.

Aber in diesem Beruf sollte man auch kommunikativ und kooperativ sein, denn die Tätigkeit erfordert kontinuierliche Abstimmung und Austausch mit vielen anderen Kolleginnen und Kollegen aus anderen Abteilungen. 

Zukunftsperspektiven

Da der Anteil des Online-Handels gegenüber dem stationären (Buch-)Handel weiter zunehmen wird und die Verlage somit immer mehr die Notwendigkeit erkennen, ihre Produkte online sichtbar zu machen, sind die Perspektiven für das Berufsbild des (Meta-)Datenmanagers als gut einzuschätzen.

Wie finde ich eine Stelle im Datenmanagement?

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