Kein Stress mit dem Stress

Veröffentlicht am 19.04.2022 von Kay Flothow
© istockphoto

Wie kann ich erfolgreich mit Stress im Job umgehen?

1.  Verstehe, was Stress wirklich bedeutet!
Stress“ bezeichnet die natürliche biochemischen Reaktion des eigenen Körpers auf eine Bedrohung bzw. als Bedrohung oder besondere Herausforderung erlebte Situation! Der eigene Körper schüttet verstärkt aktivierende biochemische Botenstoffe (z. B. Adrenalin) aus und reduziert gleichzeitig beruhigende Botenstoffe (z. B. Melatonin). Ein „gestresster“ Mensch ist somit leistungs- und widerstandsfähiger als im Normalzustand. „Stress“ als kurzfristiger Zustand ist also hilfreich. Kritisch wird es erst, wenn die Situation als andauernd bedrohlich und psychisch belastend erlebt wird. Befindet sich der eigene Körper nämlich über lange Zeit im biochemischen Ungleichgewicht beginnt die sogenannte „Erschöpfungsspirale“. Die gute Nachricht aus dieser Erkenntnis heraus: Du kannst dieser psychischen Belastung u. a. durch körperliche Aktivität entgegenwirken und deinen Körper in einen ausgeglichenen biochemischen Zustand „entstresst“ zurückführen.

 

2. Mache dir unmissverständlich klar, wie stark, du belastet bist!
Eine psychische Belastung durch Stress kann sich zeigen: körperlich (z. B. unspezifische Schmerzen, Schlafsrungen), emotional (z. B. Reizbarkeit, Unruhe, Niedergeschlagenheit, Gefühl der Sinnlosigkeit), kognitiv (z. B. Konzentrations- und Erinnerungsprobleme, Entscheidungsschwäche, Gedanken an Flucht).
Wenn du also ein oder mehrere solche für dich bisher unüblichen Symptome bei dir feststellen solltest, arbeite dagegen umgehend an. Denn zu Beginn kannst du die Belastungssituation noch alleine (auf)lösen. Manifestiert sich der Zustand irgendwann, gelangst du an einen Punkt in dem du unbedingt Hilfe von Partnern, Freunden, Ärzten, Coaches oder Therapeuten benötigst. Mach dir dann unbedingt klar, dass Hilfe zu erbitten keine Schwäche ist sonderunbedingt notwendiger Selbstschutz.

 

3. Identifiziere Bewältigungsstrategien, die zu deinen Hauptstressoren passen!
Der erste Schritt, mit dem eigenen Stress besser umzugehen beginnt mit der Identifikation dessen, was dich stresst. Welche Situationen führen bei dir (immer wieder) zu Herzklopfen, Verkrampfungen, Magenschmerzen, Wut, Frustration oder Resignation
Ist es ein bestimmtes Verhalten von Menschen in deiner Umgebung? Ist es Zeitdruck oder die Arbeitslast? Ist es dein eigener Anspruch? Ein „Stressauslöser-Tagebuchzu führen, kann bei der Beantwortung helfen.
Im zweiten Schritt gilt es, die passende Bewältigungsstrategie zu finden. Du kannst dazu:
1. Deine Stessauslöser reduzieren (Nein-Sagen“, Änderungen einfordern, Zeitmanagement optimieren, Denk- und Ruhepausen fest einplanen, Umgangsregeln im Team vereinbaren etc.) oder 2. Deine Stressauslöser anders bewerten (die eigenen inneren „Antreiber“ kennen und bearbeiten, Handlungsmantren, z. B. love it or change it or leave it, anwenden, das Positive im Stressauslöser, z. B. über das Wertequadrat, identifizieren etc.) oder 3. für Ausgleich sorgen durch (Bewegung, Sport, Entspannungs- und Atebungen, soziale Kontakte, Musik etc.)

 

4.  Überführe die gewählten Maßnahmen in Alltagsroutinen!
Jede Änderung „eingefleischtenVerhaltens braucht Zeit. Soll eine Bewältigungsstrategie erfolgreich wirken, solltest du sie fest und für längere Zeit ins gliche Handeln integrieren. Dies gelingt dann am besten, wenn: du dir erreichbare Ziele setzt, gut in deinen Tagesablauf integrierbare Maßnahmen wählst (z. B. beim Zähneputzen, auf dem Weg zur Arbeit) und dir jemanden oder etwas suchst, dass dich daran erinnert, was du dir vorgenommen hast (z. B. Aktivitäten oder Vereinbarungen mit Freunden oder anderen Bezugspersonen, feste „Blocker“ im Kalender oder sichtbar angebrachte „Anker“ in Form von Symbolen, Bilder oder Worten).

ALSO: Kein Stress mit dem Stress!

 

Über den Autor:
Dr. Kay Flothow ist Geschäftsführer von Dr. Flothow & Partner

Leistungsangebot
Change Management – Beratung der Projekt-Leitung, Qualifizierung der Projektmitarbeiter, Coaching, Training, Implementierungsbegleitung, Strategie- & Prozessberatung
• Führungskräfteentwicklung – Eignungs- und Persönlichkeitsdiagnostik, Coaching, Beratung, Training
Teamentwicklung – Team-Diagnostik, Teambuilding, Teamentwicklung, Moderation von Workshops
Performance Management – Führungsinstrumente, Entwicklungs- und Nachfolgeplanung,