Nutzen Sie die Zeit der Jobsuche sinnvoll!

Veröffentlicht am 30.12.2021 von Veronika Weiss
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Job in Sichtweite, aber leider schon vergeben? Die Zeit der Suche lässt sich strategisch geschickt nutzen – sodass die Chance auf den Traumjob näher rückt. 

Viele Menschen möchten gern im Buchhandel und der Verlagsbranche arbeiten, weshalb der ersehnte Traumjob oft nicht gleich zur Stelle ist. Was tun als Übergang: Taxi fahren? Kellnern? Babysitten? Das führt nur im Ausnahmefall wirklich zum Ziel. Arbeiten Sie lieber da, wo Menschen sind, die Sie beruflich weiterbringen könnten: in Büchereien, Buchhandlungen, Verlagen, im Literaturhaus und Theater, auf Messen. Regelmäßig werden hier Minijobs angeboten. Als Aushilfe, in der Komparserie, für den Einlass, als Messereporter:in oder Archivar:in können Sie vor Ort im Team die beste Kostprobe Ihrer Kompetenz hinterlassen. Aber auch (Text-)Arbeit, die vom PC aus erledigt werden kann, lohnt sich, wobei mutiges Kommunizieren wichtig ist, um persönlich wahrgenommen zu werden.

Abseits des Geldverdienens tun sich weitere Möglichkeiten auf, das Netzwerk und die eigene Literaturkenntnis zu erweitern. Engagieren Sie sich zum Beispiel ehrenamtlich, indem Sie eingeschränkten, sehr alten oder sehr jungen Menschen Bücher vorlesen. Treiben Sie sich an einschlägigen Orten herum: Besuchen Sie Lesungen, Theatervorstellungen, einen Poetry Slam, treten Sie einer Laienschauspieltruppe bei, einem Schreib- oder Leseclub – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Überall finden Sie Gleichgesinnte, und einige davon sind garantiert beruflich »angekommen« und können zu wertvollen Kontakten werden.

Immer das Ziel im Blick behalten

Auch am eigenen Schreibtisch zu Hause lässt sich Zeit sinnvoll überbrücken. Nicht nur mit Weiterbildung, Netzwerken und gezielten Social-Media-Aktivitäten, sondern natürlich an allererster Stelle mit dem Aufpolieren der Bewerbungsunterlagen und Netzwerkprofile. Oder Sie machen den Traum vom Schreiben endlich wahr – wenn Sie nicht sowieso längst ein kleines Werk in der Schublade haben, das vervollständigt werden will. Damit zur vielleicht angenehmsten Nebentätigkeit: Lesen. Klassiker studieren, Neuerscheinungen kennenlernen, Bestseller entdecken. Durchwühlen Sie die Weiten des Literaturkanons, immer der eigenen Spürnase nach, gern mit Seitenblick auf persönliche Ziele. Branchenmagazine wie das Börsenblatt halten Sie auf dem Laufenden über aktuelle Entwicklungen, die für die berufliche Zukunft eine entscheidende Rolle spielen können.

Den Arbeitstag strukturieren

Um sich nicht zu verfransen, kann es hilfreich sein, den Tag zu strukturieren. Legen Sie sich eine Routine zurecht, die sich aus Einheiten für Bewerbungen, Nebenjob und Netzwerkpflege zusammensetzt und Platz lässt für bewusst gewählte Freizeitaktivitäten und Lesen. Außerdem – sehr wichtig! – Zeit zur Regeneration. Das hier soll kein Aufruf sein, sich Stress zu machen, während man arbeitssuchend ist. Am Ende eines sinnvoll genutzten Tages kann man mit dem besten Gewissen abschalten und an völlig andere Dinge denken. Machen Sie bitte auch einfach, was Ihnen guttut, vor allem, wenn das mal nichts mit Büchern ist. Wir alle bringen in Teams auch Interessen und Persönlichkeitsfacetten ein, die auf den ersten Blick nichts mit dem Beruf zu tun haben. Das sind ganz eigene Qualitäten, die auch gepflegt werden wollen – neben der Bücherliebe, die wir teilen.
 

Veronika Weiss (36) ist in Wien aufgewachsen und hat dort Germanistik und Musikwissenschaften studiert. Nach Praktikum und Elternzeitvertretung arbeitet sie in Hamburg als Lektorin in der Verlagsgruppe HarperCollins (Cora Verlag) und nebenbei frei als Texterin. Im Börsenblatt schreibt Weiss unter anderem über Trends in der Arbeitskultur, Berufseinstieg und Work-life-Balance.

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