Was macht eine Redakteurin oder ein Redakteur?

Veröffentlicht am 23.05.2022 von Kai Vogt
© Stefan Höning

Redakteure und Redakteurinnen bereiten Informationen, Texte oder Medienbeträge so auf, dass sie veröffentlicht werden können. Zur Tätigkeit von Redakteurinnen und Redakteuren gehören vor allem das Sichten und Weiterverarbeiten von Pressemitteilungen und Agenturmeldungen, Themenrecherche oder das Führen von Interviews. Seltener der Besuch von Pressekonferenzen.

Ein wichtiger Teil des Jobs ist das Steuern von (freien) Journalist:innen. Diese werden vom Redakteur oder der Redakteurin beauftragt und möglichst genau gebrieft (z.B. mögliche Ansprechpartner, Deadline, Form des Beitrags, Möglichkeit zur Bebilderung etc.).Die meisten Beiträge werden nicht von Redakteur:innen selbst geschrieben oder produziert, sondern weiterverarbeitet und angepasst.

Oft sind Redakteure auf ein bestimmtes Ressort spezialisiert, also einen Themenbereich. Das können Themenfelder wie Medien, Politik, Wirtschaft oder Sport sein. Redakteur:innen gibt es nicht nur bei Zeitungen und (Fach-)Zeitschriften, sondern auch im Radio oder beim Fernsehen.

Redakteur:innen können festangestellt sein; daneben finden sich aber auch „freie“ (selbstständige) oder teilselbstständige Redakteur:innen.

Weitere Spezialisierungsmöglichkeiten sind:

  • Bildredakteur:in: Beschaffung von Bildmaterial für Printmedien, digitale Medien oder Film & Fernsehredakteur:in
  • Musikredakteur:in:
  • Onlineredakteur:
  • Social-Media-Redakteur:in

Wichtig: Nicht jeder Moderator oder jede Moderatorin im Radio oder im Fernsehen arbeitet auch als Redakteur:in. Gerade in großen Häusern / Sendern arbeiten im Hintergrund Nachrichtenredakteur:innen an der Produktion der „News“.

Weitere Arbeitsbereiche sind Agenturen oder PR-Abteilungen größerer Wirtschaftsunternehmen oder Verbände.

Wie wird man Redakteur?

Ganz einfach: Redakteur:in ist man, wenn man als Redakteur:in arbeitet. Die Berufsbezeichnung ist (analog zum Journalist) nicht geschützt. Formelle Zugangsbeschränkungen bestehen also nicht. Das heißt im Klartext: Es gibt keine geregelte Redakteur-Ausbildung. Die meisten Redakteur:innen wählen den Weg über ein Hochschulstudium und ein anschließendes Volontariat, um im Beruf Fuß zu fassen.

Vor allem die freie Mitarbeit bei Zeitungen / Radio / Medienastalten ist eine gute Möglichkeit, um erste Berufserfahrung zu sammeln.

Volontariat: Ein Volontariat ist eine Ausbildung, die vor allem im Bereich Medien (Verlage, Journalismus) üblich ist. Formell ist es eine „Ausbildung ohne das Ziel, einen Berufsabschluss zu erwerben“ – gleichwohl aber die notwendige Praxiserfahrung zu sammeln. Es dauert mindestens zwölf (in der Regel 24) Monate, in denen die Volontäre praktisch mitarbeiten und oft Schulungen zu bestimmten Themengebieten erhalten (Bildrecht, journalistische Darstellungsformen etc.). Ein Pressevolontariat wird bezahlt – auch bei Verlagsvolontariaten ist eine Vergütung üblich.

Viele angehende Redakteur:innen studieren Germanistik oder andere Sprachen, Journalismus oder Medienwissenschaft. Ein Muss ist ein „journalistisches“ Studium aber keineswegs. Je nach angestrebtem Ressort ist auch ein anderes Studium sinnvoll(er). Generell empfiehlt sich, seiner Neigung zu folgen und sich auf den Erwerb praktischer Fähigkeiten zu konzentrieren.

Wer eine Position als Redaktionsleiter:in anstrebt, kann sich eher auf ein Studium im Bereich Medienwirtschaft fokussieren (auch als Zweitstudium und zu einem späteren Zeitpunkt berufsbelgleitend möglich).

Daneben gibt zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Redaktion und Online-Redaktion sowie Journalismus. Außerdem existieren auch private Journalistenschulen, die gezielt auf die Tätigkeit als Redakteur:in vorbereiten.
 

Welche Fähigkeiten brauchen Redakteure?

  • Als Redakteur bzw. Redakteurin muss die Rechtschreibung sicher beherrscht werden.
  • Fremdsprachenkenntnisse sind oft nützlich
  • Selbstständig arbeiten können ist extrem wichtig: Redakteur:innen recherchieren Themen selbstständig und müssen stets dichte Produktionspläne und Termine im Kopf haben und somit gleichzeitig an verschiedenen Themen arbeiten können
  • Eine ausgeprägte Kommunikationsbereitschaft ist ein Muss: Geschichten entstehen vor allem aus dem Kontakt mit Menschen. Die schnellste Recherche führt meistens übers Telefon. Auch das Steuern der freien Kolleg:innen bedarf kommunikativer Fähigkeiten.
  • In Gehaltsverhandlungen zu treten oder Honorartöpfe zu verwalten kann ebenfalls zu den Pflichten von Redakteur:innen zählen.
  • Interviews zu führen und nachfragen zu können ist Alltag.
  • Texte und Medienprodukte werden von Kolleg:innen, Leser:innen und Anzeigenkund:innen aufmerksam verfolgt. Ein gerüttelt Maß Kritikfähigkeit und Gründlichkeit ist unabdingbar.
  • Immer wichtiger werden im Berufsfeld Kenntnisse im Bereich Online, Social Media, Foto- und Videoproduktion, da Journalist:innen und Redakteur:innen diese Aufgaben immer häufiger mitübernehmen.

 
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